| Geschichte |
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Die Geschichte der Insel Rügen beginnt ca. 8.000-10.000 v. Chr.. Nach dem Ende der Eiszeit wurde die Insel von Germanen besiedelt. Funde aus der Stein- und Bronzezeit, wie bearbeitete Feuersteine, Waffen und Schmuckstücke, lassen darauf schließen, daß die dort lebenden Menschen Landwirtschaft, Jagd und Fischfang betrieben. Besonders bedeutend sind in diesem Zusammenhang die Funde aus der sogenannten Lietzow-Kultur in den Jahren 4.000-3.000 v. Chr.. Während der Völkerwanderung im 3.-6. Jhd. verließen die ostgermanischen Rugier, die der Insel auch ihren Namen geben, die Insel und zogen nach Süden. Auf der fast entvölkerten Insel siedelten sich im 7. Jhd. die Ranen an. Im Jahre 1168 wurden diese jedoch von dänischen Truppen unter der Herrschaft von König Waldemar I und Bischof Absolon von Roskilde geschlagen. Die Tempelburg Arkona, eines der wichtigsten Heiligtümer der Westslawen, wurde zerstört. Somit bedeutete die slawische Besiedlung vom 7.-12. Jhd. zugleich die Christianisierung der einheimischen Bevölkerung. Zu jener Zeit entstanden auf Rügen zahlreiche Kirchen und Klöster.
1534 wurde der protestantische Glaube in Pommern als Landesreligion eingeführt.Im Jahre 1325 fand die Slawenherrschaft ihr endgültiges Ende. Nach dem Tod des letzten slawischen Fürsten, Wizlaw III., fiel Rügen an die Herzöge von Pommern-Wolgast. Im 14. und 15. Jhd. gewann der Adel aufgrund seiner großen Ländereien und Besitztümer die faktische Macht über die Insel. Der Adel verschaffte sich immer mehr Privilegien von den Landesherren und schuf somit die Voraussetzungen für die Jahrhunderte andauernde Unterdrückung der Bauern, die als Leibeigene behandelt wurden. In der Zeit von 1625-1629 breiteten sich Pesterkrankungen aus. Viele Menschen litten im Dreißigjährigen Krieg Hungersnot. Zwischen 1627 und 1631 wurde die Insel Rügen von Dänen, Schweden und den Truppen Wallensteins besetzt, geplündert und verwüstet. Mit dem Tod Bogislaws XIV. im Jahre 1637 ging das pommersche Fürstenhaus unter. Im Westfälischen Frieden von 1648 bekam Schweden die Insel übereignet und besaß sie, von kleinen Unterbrechungen abgesehen, bis 1815. Erst im zweiten Nordischen Krieg zwischen Schweden und Preußen von 1700 bis 1721 gelang es Preußen im Friedensschluß von Stockholm, Stettin und Teile Vorpommerns zu erobern. 1815 fiel die Insel durch den Wiener Kongress an Preußen. Die ehemals schwedischen Gebiete Vorpommerns wurden preußisch und blieben es bis 1945. Erst 1806 hob der schwedische König Gustav IV. Adolf in allen deutschen Besitzungen der schwedischen Krone die Leibeigenschaft auf. Auch unter preußischer Herrschaft blieben die sozialen Verhältnisse bestehen. Ende des 19. Jhd.'s befanden sich 77 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche in den Händen weniger Grundbesitzer. Anfang Mai 1945 nahm die Sowjetmacht die Insel Rügen kampflos ein. Im September 1945 wurden die Gutsbesitzer enteignet und die Gutsländereien an Neubauern verteilt. In den 50er Jahren kam es zur Zwangskollektivierung. Trotz Widerstands der Bauern entstanden ab 1952 die ersten landwirtschaftlichen Produktionsgemeinschaften (LPG's). In der ehemaligen DDR gehörte die Insel Rügen zum Bezirk Rostock. Seit 1990 ist sie Teil des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern.Im 19. Jhd. wurden auf der Insel Rügen die ersten Seebäder geschaffen, so z.B. Putbus und Sassnitz. Während des Nationalsozialismus begann man mit dem Bau des "Kraft-durch-Freude"- Bades in Prora. Dieses bleibt jedoch unvollendet. 1972 wurde in Binz und anderen Badeorten mit dem Bau großer Ferienanlagen begonnen, die fast ausschließlich für Mitglieder des FDGB bestimmt waren. Die Erschließung der Insel durch Eisenbahnstrecken geht ebenfalls auf das 19. Jhd. zurück. Der Hafen in Sassnitz wurde zu einem bedeutenden Fährhafen. In der ehemaligen DDR war die Ansiedlung von Industrie in dieser landwirtschaftlich orientierten Wirtschaftsstruktur schwierig. Mit dem Zusammenbruch der DDR im Jahre 1989 brachen die meisten industriellen Produktionszweige wie die Kreidefabrik, der Bootsbau und die Baustoffindustrie zusammen. In der heutigen Zeit gewinnen Tourismus und Fremdenverkehr auf der Insel Rügen mehr und mehr an Bedeutung.Neben neuen, modernen Hotels und privaten Ferienwohnungen, zählen zahlreiche restaurierte und heute inzwischen sehr attraktive, denkmalgeschützte Schlösser, Gutshäuser und Villen zu den beliebtesten Urlaubsunterkünften.
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